Faszien-Training

Bevor ich Ihnen auf der folgenden Seite erkläre, was man unter Faszien-Training versteht, bzw. wie man Faszien adäquat trainiert, erhalten Sie nachfolgend einen kleinen Überblick über das allgemeine Thema „Faszie“

Was ist eine Faszie?

Als Faszie bezeichnet man die derbe bzw. zähe Bindegewebsschicht, welche den Muskel umgibt und hauptsächlich aus Kollagen und Wasser besteht.

Was für eine Funktion oder Aufgabe haben die Faszien?

Faszien verbinden unter anderem Muskeln, Sehnen und Bänder miteinander, dienen aber hauptsächlich als Kraftüberträger der vereinzelten Muskeln untereinander und tragen somit zu den Bewegungsabläufen im Körper bei.

Können Faszien verkleben?

Faszien können zum Beispiel bei zu wenig Bewegung verkleben und damit Schmerzen verursachen, was man dann auch „Myofasziales Schmerzsyndrom“ nennt.

Kann man verklebte Faszien wieder lösen?

Verklebte Faszien kann man mit Hilfe von physiotherapeutischen Techniken oder Selbstmassagerollen, auch Faszien-Rollen genannt, lösen.

Trainingsarten

Zum Lösen von verklebten Faszien dient das Faszien-Training mittels Selbstmassage- Rollen bzw. Massagebällen. Das Fazien-Training beinhaltet die drei folgenden Schwerpunkte:

1. Ausrollen bzw. Austriggern des schmerzenden Gebietes mit Rolle oder Ball

Zuerst wird den schmerzhaften Bereich (z.B. der Rücken) mit einer Faszien-Rolle für 30 Sekunden oder noch besser bis zu 1 Minute lang großflächig ausgerollt. Wichtig ist dabei, dass man bei der Ausführung langsam und intensiv rollt, dabei aber nicht zu schnell wird und gleichzeitig darauf achtet, dass sich die Schmerzen in Grenzen halten. Das bedeutet, man sollte beim Ausrollen schon in den Schmerz hinein rollen, aber nur soweit, wie es für den Patienten erträglich ist. Mit dieser Übung sollen die verhärteten Triggerpunkte und Faszien versucht werden zu lösen. Daher empfiehlt es sich, langsam und kontrolliert die schmerzende Stelle zu bearbeiten und in den Schmerz „rein zu rollen“. Nach 1 Minute kontinuierlichem rollen, sollte eine Pause von ebenfalls 1 Minute einlegt werden, um dem bearbeiteten Bereich etwas Erholung zu gönnen. Dieser Vorgang sollte 4-5 Mal wiederholt werden, so dass wir in Summe auf 4-5 Durchgänge kommen mit jeweils 1 Minute Pause dazwischen. Eine weitere Verstärkung der Übung stellt die Zuhilfenahme eines Massageballs dar. Man kann auch zuerst mit einer Faszien-Rolle 4-5 Durchgänge rollen und danach direkt im Anschluss mit einem Massageball die hartnäckigen Triggerpunkte noch einmal separat bearbeiten. Diese Reihenfolge empfehle ich regelmäßig meinen Patienten, da man damit sehr gute Ergebnisse erzielen kann.

2. Dynamisches Dehnen der Faszien

Im Anschluss nach dem Rollen sollte die Faszie gedehnt werden. Dies geschieht aber nicht über eine statische Dehnung von 1-2 Minuten wie man es von früher her kannte, sondern über eine dynamische Dehnung auch federndes Dehnen genannt. Diese Art der Dehnung unterscheidet sich grob gesagt dadurch, dass während des Dehnens federnde und wippende Bewegungsmuster ausgeführt werden.

Näheres zum Thema Dynamisches Dehnen der Faszien sollte man direkt in der Physiotherapie - Einheit mit seinem Therapeuten besprechen, vor allem welche Varianten bei der vorhandenen Problematik des Patienten die beste Behandlungsform darstellt. Da die Faszien-Dehnung sehr spezifisch ist, kann man in diesem Punkt nicht näher darauf eingehen, da es keine allgemeinen Dehnungen oder Bewegungsmuster gibt, welche man bei jeder Problematik anwenden kann, da das Dehnen der Faszien je nach Areal sehr individuell ist.

3. Kräftigen der zu schwachen Muskelgruppen

Zur Vervollständigung des Faszien-Trainings sollte die zu schwache Muskulatur, welche man mit Faszienrollen und Bällen mobilisiert hat, auch gekräftigt werden, um bestehende muskuläre Dysbalancen auszugleichen. Dies geschieht über spezielle Übungen für den Patienten durch einen Physiotherapeuten oder auch durch Krankengymnastik am Gerät. Bevor man mit dem Training anfängt um muskuläre Dysbalancen auszugleichen, sollte der Patient sich mit einem Physiotherapeuten zusammensetzen und sich genau erklären lassen, welche Muskeln oder Muskelgruppen in seinem Falle ein Defizit aufweisen, bzw. wo die muskulären Schwachstellen des Patienten liegen. Anhand diesen Befundes wird vom Therapeut akribisch ein individueller Trainingsplan erstellt. Es wird dringend dazu geraten sich Hilfe bei einem Physiotherapeuten zu suchen und nicht eigenverantwortlich darauf los zu trainieren. Bei eigenständigem Training neigt man dazu, nicht unbedingt die schwächeren Muskelgruppen trainieren zu wollen. Für das Training der einzelnen Muskelgruppen sollte man die Hilfe eines Physiotherapeuten dazu ziehen, da dieser aufgrund der sehr guten anatomischen Kenntnisse, die optimalen Übungen zusammenstellen kann.

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